Wer ist geeignet?

Wer ist geeignet?

17. Oktober 2021 Aus Von Pfarrer Tom

Zum Beispiel für eine leitende Aufgabe in der Kirche.

Predigt von Tom Kruczynski zu Mk 10,35-45

Ich erinnere mich an eine Vorlesung während des Studiums, in der wir gehört haben, dass in Finnland nur Personen mit einjähriger Karenzerfahrung eine Abteilung der Polizei leiten dürfen, Menschen also, die für ein Jahr gelernt haben, die Bedürfnisse eines anderen Menschen über die eigenen Bedürfnisse zu stellen. Wir spüren, was das ausmacht, wenn wir auf unsere Kirche blicken, auf die Leitungsfunktionen, auf diejenigen, die ein Amt innehaben. Aber die Frage “Wer ist geeignet?” wird im Evangelium in ganz besonderer Art und Weise beantwortet. Denn die Jünger und die Apostel Jesu Christi wirken nicht besonders geeignet.

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Und doch sind sie von Jesus in seiner nähe gerufen: Was macht also ihre Eignung aus?
Wieso dürfen auch wir für uns hoffen, dass wir alle geeignet sind, in dieser Hierarchie Gottes unseren Platz zu finden?

Die erste Antwort des Evangeliums: Auch wenn Johannes und Jakobus den Kelch trinken, den Jesus trinken wird so wird doch Gott ihnen ihre Plätze zuweisen – und darin schließt sich für mich die Frage an:

Glauben wir GOTT, dass er einen guten Platz für uns vorbestimmt hat, oder müssen wir uns selbstsüchtig und ehrgeizig darum bemühen, dass wir einen guten platz für uns herausschlagen?

– dann werden wir nämlich ziemlich sicher am Ziel vorbei leben. Die Eignung für eine Position in der Kirche wird heutzutage oft mit der Innehabung einer Summe von Kompetenzen gleichgesetzt. Und natürlich bin ich ein Verfechter einer hohen Professionalität der Amtsträger in der Kirche, aber das heutige Evangelium zeigt uns – auch noch nach 2000 Jahren: Wir haben wahrscheinlich das Wesentliche immer noch nicht in unseren Kompetenzenkatalog aufgenommen. Zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass ich jemals in diese Richtung geprüft oder unterstützt worden wäre. Es geht um die Leidensbereitschaft. Es geht um die Frage:

Sind wir wirklich bereit, diesen kelch jesu mitzutrinken, indem er der gerechte für uns die sünder sein leben hingibt – für das hingibt, was gut ist?

Bin auch bereit, nicht nur mein Reich aufzubauen, sondern am aufbau des reiches gottes mitzuwirken für all jene menschen, die Sünder und Sünderin und Sünderinnen sind wie ich? Nicht für diejenigen, die alles richtig machen, sondern für diejenigen die alles falsch machen. Kann ich mich selbst schon annehmen, als ein von Gott geliebter Sünder oder eine von Gott geliebte Sünderin? Habe ich realisiert, dass Jesus auch für mich sein Leben hingegeben hat, obwohl ich es nicht verdient habe?

Kann ich daraus so tief schöpfen, dass auch ich bereit bin, das Gute, das ich durch Gott vollbringe, IHM gleich wieder hinzugeben, nicht dafür, dass es noch größer und schöner wird, sondern zur Rettung der Sünder. Und kann ich auch in eine Haltung hineinwachsen, die das mir zugemutete Leid, so annehmen kann, wie Jesus sein Leid angenommen hat, im vertrauen darauf dass gott etwas daraus macht, für Menschen die erlösungsbedürftig sind? Darf ich auch darauf vertrauen, dass Gott schon wirkt, um das, was in mir besonders erlösungsbedürftig ist, zu erlösen, nicht weil ich es verdient hätte, sondern weil er mich liebt.

Dann kommt es zu einer Transformation. Im Vergleich zum Beispiel am Beginn: Im Blick auf das Kind ist der Vater und die Mutter bereit aus Liebe die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, das Leid einer durchwachten Nacht und ähnliches. Bin ich in diesem Sinne bereit, für die anderen Menschen aus Liebe Leid auf mich zu nehmen, nicht weil leid in sich etwas gutes wäre, sondern weil es manchmal nicht vermeidbar ist, und ich nur entscheiden kann, will ich es tragen oder nicht. Und das verändert dann auch die Art und Weise, wie ich mit Menschen zusammenarbeite, und das betrifft mich dann wiederum nicht allein als Priester, sondern jeden von uns als Christen in unserem beruf und in besonderer Weise in unseren Gemeinden.